Sonntagsnachmittagsgenuss – Jakobsmuscheln auf Fenchelsalat

Sonntags nachmittags nutze ich gerne die freie Zeit, um nach dem obligatorischen Spaziergang einen Zwischenimbiss herzustellen. Heute waren Jakobsmuscheln dran, da ich sie gestern auf dem Münsteraner Markt beim Fischstand von Fischhaus Kittner frisch in guter Qualität bekommen konnte.

Jakobsmuscheln auf Fenchelsalat

Da im Kochbuch-Studium gerade mit Douce Steiner zu tun habe, habe ich kurzhand Ihr gleichnamiges Rezept aus Cuisine Douce probiert. Nun ja, nicht ganz so kurzerhand, immerhin verlangt die Orangenvinaigrette des Rezepts Zutaten, die man nicht üblicherweise im Haus hat.

Tja, Orangenöl soll es also sein… Nach längerer Suche konnte ich ein kleines Fläschchen im örtlichen Karstadt erstehen. Essig war es dort mit dem Essig. Erst beim ultimativen Münsteraner Feinkostladen Butterhandlung Holstein war es nach längerem Schlangestehen möglich, eine Flasche Orangen-Balsamico zu erstehen. Noch im Laden erinnerte ich mich an das Rezeptbild mit einer goldgelben Vinaigrette. Goldgelb mit Balsamico? Egal, jetzt muss gekauft werden, eh die Feinkostverkäuferin mich ob meiner Unentschlossenheit endgültig in den Kreis der Unwürdigen einordnet.

Orangenöl und -essig

Nun sind also alle Zutaten besorgt – Fenchel liegt bei mir eh immer in der Gemüsekiste im Kühlschrank und Orangen zu dieser Jahreszeit auch. Essig und Öl wollen zuhause natürlich gleich probiert werden, das Öl ist aromatisch-orangig, laut Label auch nur aus Olivenöl und Orangen bestehend. Der Essig sieht verdächtiger aus – Es scheint so, als wäre einfach Orangensaft in den Balsamico geschüttet worden. Der Essig selbst ist auch noch mit künstlichen Farbstoffen versehen, das hätte ich also anders besser haben können. Geschmacklich ist der Essig eher belanglos.

Egal, frisch ans Werk. Die Muscheln sind schnell gebraten, wobei ein Buntmesser für ordentliche Rillen sorgt, die später lecker-cross aussehen. Der Fenchel wird mit dem Trüffelhobel schnell kleingehobelt und mit der Vinaigrette nach Anleitung versehen.

Fertig!

Und? Hat es sich gelohnt? Die Muscheln sind ja immer eine Freude, wenn sie gute Qualität haben, man kann dort eigentlich nichts falsch machen. Der Fenchelsalat ist ok, aber der Balsamico hat ihm nun doch eine etwas zu dunkle Farbe verpasst. So richtig frisch sieht er nicht mehr aus…

Die Vinaigrette wäre mit gutem Olivenöl und (wenig) Weißweinessig und mehr Orangensaft wahrscheinlich genauso gut und wesentlich preiswerter gelungen. Die Ausgabe für Essig und Öl hätte man sich so schon sparen können. Ein direkter Vergleich zwischen Rezept und einfacherer Variante steht allerdings noch aus.

Für 2 Personen war es jedenfalls ein angenehmer Nachmittags-Imbiss.

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Vinaigrette nach Steiner:
2 TL Orangenessig
2 EL Orangensaft
2 EL Orangenolivenöl
4 EL mildes Olivenöl (ich hab nur 2 genommen)
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette (hab ich ersetzt durch einen Hauch normales Chilipulver)

Salat:
Vinaigrette
1 Fenchel
4 Jakobsmuscheln

Zutaten verrühren, über den gehobelten Fenchel geben. Jakobsmuscheln mit dem Bundmesser quer halbieren und scharf von beiden Seiten ca. 1-2 Minuten braten.

Anrichten und mit Fenchelgrün bestreuen.

4 Antworten auf „Sonntagsnachmittagsgenuss – Jakobsmuscheln auf Fenchelsalat“

  1. um teure zutaten extra zu kaufen, bin ich zu ungeduldig. sowas wandle ich gerne sofort ab ;-). ich mag es auch nicht, wenn kochbücher sich mit spezialzutaten aufblähen und dadurch so tun, als wären ihre rezepte etwas besonderes. wette, dass das obige rezept lecker schmeckt mit ohne orangenessig, dafür mehr orangensaft, ev. plus etwas zitronensaft, normalem (oliven?)öl und julienne von orangenschalen, einfach in der sauce einige stunden ziehen lassen.
    by the way, wie schmeckt die kombi aus orange und olivenöl? fandest du das passend?

    1. gaia, da bin ich bei Dir. Ich mache mir die Spezialzutaten normalerweise auch selbst. Orange und Olivenöl war mir auch nicht so ganz geheuer, das -durchaus gute- zusätzliche Olivenöl. das ich in die Vinaigrette gab, ist geschmacklich „verschwunden“. Ich könnte mit Orange-Sesamöl vorstellen, aber nicht in diesem Rezept. Vielleicht auch mit Waldmeister-Rapsöl?

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