Curry-Strudel

Currystrudel

Strudel hat mich lange nicht interessiert, vermutlich aufgrund traumatischer Erfahrungen mit millimeterdickem Strudelteig in einer 80er-Jahre-WG, der zu höchst massivem Ziegelgebäck führte, dass innendrin nur matschig war. Nun bin ich aber in letzter Zeit des öfteren im Süden Deutschlands unterwegs und habe dort den einen oder anderen süßen Strudel gereicht bekommen, der ausgesprochen lecker war – knuspriger, dünner Teig mit saftigem Inneren.

In „Kochen ohne Rezept“ vom SZ-Kulinariker Hans Gerlach war die Herstellung eines Strudelteigs so anschaulich beschrieben, dass ich nun endlich einmal selber loslegte. 200g Mehl, 1 Eigelb, 2 EL Öl, ca 80-90ml Wasser, schnell zu einem Teig verkneten und 1 Stunde ruhen lassen. Dann „schleifen“, so nennt man das rotierende Bearbeiten des Teigs, so dass die notwendige Spannung aufgebaut wird.

Und woraus soll die Füllung bestehen? Ich bin ja eher ein Freund der pikanten Backwerke, daher sollte es kein Apfelstrudel oder ähnliches werden. Mal sehen, was der Kühlschrank hergibt. Ah, eine Handvoll Champignons, eine mittelgroße Möhre, 3 kleinere Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, das ist doch schon mal was. Die werden gleich geputzt und zu etwas größeren Würfeln als sonst üblich verarbeitet, Kantenlänge etwa 1cm. Das Gemisch kann man gut in der Pfanne anbraten und mit ein wenig Wein und Sahne dünsten, bis es nicht mehr gar zu knackig ist. Dann kommt noch eine Handvoll eingefrorenes Hühnerfleisch vom letzten Suppenhuhn dazu, vielleicht 150 Gramm. Und als Gewürz eine parallel schnell gemörserte Mischung aus Pfeffer, Kardamom, Chili, Koriander, Muskat, Kreuzkümmel und Gelbwurz. 2 Teelöffel der Mischung reichen, das Mischverhältnis kann sich jeder selbst nach seinen Vorlieben bestimmen. Rein in die Pfanne und durchgerührt, es ist jetzt sehr gelb und riecht gut nach den Gewürzen. Das Gemisch kühlt nach ein paar weiteren Minuten in der Pfanne auf dem Herd aus.

Nun kann man den Teig auf einem bemehlten Tuch ausrollen und dann über die Handrücken weiter auseinanderziehen. Das ging für’s erste Mal erstaunlich gut. Zwar etwas ungleichmäßig und nicht bis zur maximal möglichen Dünne ausgezogen, aber immerhin dünn genug, um ein großes Küchenhandtuch komplett abzudecken.

Ein ganzer Strudel ist ja nur in größerem Kreis zu bewältigen, daher habe ich den gezogenen Teig in 8 Teile geteilt und kleine Ministrudel gemacht. 2 gabs gleich zum Probieren, die anderen 6 habe ich mit der Füllung ungebacken eingefroren.

Die Probestrudelchen habe ich mit Öl bepinselt, bei 200° in gut 20 Minuten gebacken und zwischendurch noch zweimal eingepinselt. Mit ein bisschen Sojasoße zum Dippen ist es ein netter Nachmittags-Snack geworden 😉

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