Marktbesuch

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – das kann ich bestätigen, wenn ich mir den Plan vom Münsteraner Wochenmarkt ansehe. Ich habe inzwischen meine Lieblingsanbieter gefunden und gehe immer dieselbe Strecke ab.

Markt in Münster

Zuerst geh ich immer zu Maria Büning. Der Hühner- und Fleischstand bietet ausschließlich Fleisch aus eigener Aufzucht an, wir haben uns den Hof schon einmal angsehen, sehr schön. Unzählige Hühnerkarkassen sind von hier aus in unsere Hühnersuppe gewandert, auch die Steaks kommen meist von hier.

Schweine bei Büning

Direkt gegenüber ist die Ross- und Lammschlachterei Schmelter. Hier merkt man den Profischlachter. Die im Januar zubereitete Lammkeule habe ich hier erworben, genauso wie die Wildschweinmedaillons. Leider komme ich nie zum Pferdefleisch oder zu mehr Wild, muss ich dieses Jahr mal nachholen!

Dann geht es weiter zu Holkenbrink, hier gibt es meiner Meinung nach die besten Kartoffeln und vor allem auch die größte Sortenauswahl. Egal ob Vitelotte, Bamberger Hörnchen, La Ratte, Highland Red oder die “normaleren” Sorten wie Laura oder Sieglinde, Holkenbrink hat sie alle.

Als nächstes ein Brot von Cibaria. Die Vollkornbäckerei ist zwar bei uns in der Nähe mit ihrer Backstube angesiedelt, aber gerade knapp außerhalb Zu-Fuß-Radius.

Cibaria am Tag der offenen Tür

Daher ist es einfacher, hier ein Brot zu erwerben, üblicherweise ein Paderborner. Das Vollkornsortiment von Cibaria hat es in sich, hier werden keine Kompromisse gemacht. Daher gibt es manchmal mit dem Hausbrot von Tollkötter einen kleinen Wettbewerb, den letzteres auch manchmal gewinnt. Allerdings ist Tollkötter nicht mit einem eigenen Stand auf dem Markt.

Langsam füllt sich der Rucksack. Zum Glück ist eine Seitentasche noch frei, denn jetzt kommen die Kräuter von Rohlmann. Der große Gemüsestand ist kein Bioanbieter, aber die Kräuter sind im Süden Münsters selbst angebaut. Die Qualität ist hier immer Top, nicht umsonst hat Rohlmann vor einigen Jahren eine Auszeichnung von “der Feinschmecker” erhalten.

Dill von Rohlmann

Jetzt kommt der Hauptanteil des Einkaufs – Obst, Gemüse und Eier. Bei Ökullus, dem Stand von Schulte-Buschhoff bekomme ich eine gute Auswahl vom Bioanbieter aus der Nähe und vor allem ist an diesem Stand nicht so ein großes Gedrängel. Das hat mich von meinem vorherigen Gemüsestand Meyer vertrieben, dort ist normalerweise kein Durchkommen.

Saisonales Gemüse von oekullus

Sehr schön finde ich, dass bei Ökullus vorwiegend regionales Obst und Gemüse angeboten wird. Das ist im Winter dann nicht so bunt (Einspruch: siehe oben!), aber mit genügend Kochfantasie kann man diese Zeit gut mit dem saisonalen Angebot überstehen! Auch seltenere Sorten, wie den Postelein bekomme ich hier am besten.

Käse von Harms

Ziemlich schwer bepackt komme ich nun beim Käsestand von Harms an. Der Ziegenhof aus Neubeckum hat hier ein großes Angebot an eigenem und zugekauften Ziegen- Schafs- und Kuhkäse, sogar Käse von Kunst und Käse, unserem Urlaubsgut in Rögnitz am Schaalsee haben wir hier schon bekommen. Aber auch die “Standardkäse” wie Gouda und Bergkäse findet man hier in guter Qualität. Je nach Vorratslage erstehe ich hier drei bis fünf Käsesorten (“Kauf nicht so viel Käse”, ermahnt S. mich beim Losfahren). Im Frühjahr kann man auch Zicklein bekommen, ein halbes muss man dann aber schon abnehmen, was meist zu einer guten gefüllten Kühltruhe führt.

Zu guter Letzt besuche ich den Fischstand vom Fischhaus Kittner, damit der Fisch nicht so lange ungekühlt durch die Gegend getragen wird. Hier kaufe ich am liebsten ein, weil ich Fisch besonders gerne esse und weil man hier immer sehr zuvorkommend und kompetent bedient wird. Auch das Angebot ist hier gut – wenn ich auch manches Mal samstags zu lang geschlafen habe, um die volle Auswahl zu bewundern. Mein größter Fang war “Robert” 😉 Immer gibt es auch Bio-Angebote oder vom MSC zertifizierten Fisch, so dass man bewusst wählen kann. Klein, aber fein – mir viel angenehmer als die riesigen holländischen Stände am anderen Ende des Marktes, wo auch viel mehr Gedränge ist. Und die Jakobsmuscheln sind hier unschlagbar!

Jakobsmuscheln und Garnelen von Kittner

Jetzt habe ich alles zusammen, was ich hier bekommen kann. Ich verlasse den Markt über die Gasse mit den Geflügel- und Kaninchenanbietern, selten erstehe ich dort einmal ein Kaninchen.

Nun muss ich noch in den Superbiomarkt in den Münster-Arkaden. Dort hole ich die Milchprodukte und was man sonst so braucht, Öl oder Hülsenfrüchte zum Beispiel. Nach 2 Stunden ist der gesamte Einkauf erledigt und ich bin bereit für ein neues Kochwochenende!

11 Antworten auf „Marktbesuch“

    1. Gute Frage, Robert… wenn man erstmal seine Favoriten hat, nimmt man viele Stände gar nicht so wahr. Die meisten sind Kleinanbieter, meist Obst/Gemüse. Der NABU hat noch einen Stand, zwei Lakritzbuden, eine Marmeladenmanufaktur, ein bis zwei Imbisse. In der untersten Reihe sind nur Fleischer, da haben auch einige ihre rollende Filiale geparkt.

      Zum Glück achtet die Stadt sehr darauf, dass der Markt nicht zum Trödelmarkt verkommt. Nur am Dom sind einige wenige Stände, die nicht Lebensmittel oder Pflanzen anbieten. Und die Pommesbuden halten sich auch in Grenzen.

      Manchmal ist das Ergebnis der westfälischen Bedächtigkeit (Fremde sagen auch “Sturheit”) eben auch sehr positiv. Für das Münsteraner Stadtbild gilt das auf alle Fälle 😉

  1. Herrlich… ja da würde ich auch mitlaufen… In Mainz gehe ich ähnliche Stände ab… Gibt nichts anregenderes als ein schöner Markt… Danke für Wegweiser und bebilderten Blickwinkel Deines Marktalltages

    1. Gerne 🙂 Zu Frankfurter Zeiten war es der Markt an der Konstabler Wache, zu dem ich leider damals noch nicht so oft gegangen bin – wir hatten den Bornheimer Markt vor der Haustür, der war nicht so groß, aber ein netter Kiezmarkt. Und für die Luxuseinkäufe gab es dann immer noch die Kleinmarkthalle…

  2. Ja, der Markt an der Konsti in Frankfurt ist auch toll. Da war ich in meiner Frankfurter Zeit auch öfter einkaufen. Allerdings nicht in denselben Mengen wie Du, nehme ich an … der Eintrag hier klingt doch danach, als würdest Du dort soviel einkaufen, daß Du fast einen Trolley mitnehmen müßtest. 😀

    Auf dem Markt in Friedberg (dem mit dem Spargel-Fehlkauf ;)) gibt es auch fast alles, nur zwei bis drei Nummern kleiner. Der Frischfischhändler, den es dort mal stationär gab, ist schon seit einigen Jahren nicht mehr da, und der aus dem Auto verkaufende Fliegende Händler hat natürlich nicht eine so große Auswahl. Jacobsmuscheln habe ich dort jedenfalls noch nicht gesehen, Geflügelkarkassen und Wildfleisch auch nicht, nicht mal bei den stationären Metzgern.

    1. “Umsonst” hieß der Fischladen, oder? Hab da zweimal gekauft, als ich in Karben wohnte, dann hat er leider zugemacht…

        1. Aber inzwischen gibt es doch tegut, hat der in FB keinen Fisch? Der in Bad Vilbel ist hervorragend sortiert, da haben wir später nur noch eingekauft, öfter als in dem Karbener.

  3. Interessant. Wir laufen fast dieselbe Runde. Nur dass ich keinen Abstecher zum Fischhändler mache und nicht so der Wild-Fan bin.

    Dafür gönne ich mir immer eine Erbsensuppe vorher, damit ich nicht hungrig einkaufen muss 😉

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