Hamburg kocht – ich koche mit

Italien ist angesagt, auch in Hamburg – Viva Italia! ist das Motto des privat organisierten Events, das in einer sehr angenehmen Location mitten in Hamburg-Winterhude stattfand. Das Loft, in dem wir kochten, hat einen wunderbaren Innenhof, wo wir dank des schönen Wetters den ganzen Tag sitzen konnten, der Raum selber ist ideal zum Miteinanderkochen – die Küche geht direkt in den Raum mit großem Tisch über und der Herd steht in einer Kochinsel zum Raum hin. Auch wenn die Küche nicht alle Ansprüche an eine hochwertige Kochwerkstatt befriedigt, ist das Ambiente dennoch für uns ideal gewesen – was für ein schöner Tag!

Innenhof des Loft

Was haben wir gekocht? Die Planung sah ja nachmittags Nudeltag und abend Kochevent vor – dies hat sich nicht so ergeben. Zum einen haben einige Teilnehmer leider noch sehr kurzfristig abgesagt – sehr ärgerlich, wenn man schon die Lebensmittel eingekauft hat. Andererseits hat uns das ermöglicht, aus Nudelaktionen und den Gängen des geplanten Menüs eine ständige Abfolge wechselnder interessanter und geschmackvoller Kleinigkeiten zu gestalten. So floss der Tag dahin…

Zum Warmwerden ein paar Grissini (helle, schwarze mit Sepiatinte und Sesam, und sehr aromatische mit Fenchelsaat) und dann die Tomaten-Waldmeister-Bruschetta auf dem Hausbrot von Tollkötter aus Münster.

Tomaten-Waldmeister-Bruschette

Außerdem vorab und zwischendurch weitere Antipasti, Parmaschinken und Arancini, gefüllte Reisbällchen.

Arancini

Dann ging es los mit der Nudelei. Steph hat uns sachkundig vorgeführt, wie sie ihre Nudeln kocht und uns dabei viele Tipps gegeben. Zuerst gab es Pici, dicke handgerollte Spaghetti. Zwei weitere Teige haben wir angesetzt, die dann später verarbeitet wurden – einer mit Maronenmehl und ein „normaler“. Zu den Pici gab es Panko-Knoblauch, in Butterschmalz angebraten, dazu marinierten Spargel und eingelegten Paprika und Zucchini.

Pici-Produktion

Pici und Spargel

Nudeln mit Kräutern

Nun kamen die mit Kräutern gefüllten Nudeln an die Reihe. Wir haben sie einfach als gerollte Quadrate gemacht und mit verschiedenen Pesti (Steinpilz, Radieschenblätter, Zitronenthymian) gegesen. Normalerweise würde man Lasagne oder große Ravioli daraus machen.

Gemüsearbeiten

Angebratene Beinscheiben

Jetzt musste das Hauptgang vorbereitet werden – Osso Buco und Polenta. Die Beinscheiben wurden angebraten und kamen dann mit viel kleingeschnittenem Suppengemüse und selbt gemachtem Kalbs- und Gemüsefond in den Backofen.

Schnittlauchblüte
Wildkräuter

Werder-Schnitten

Als nächstes die schon einmal gebloggten Spargel-Brokkoli-Bruschette, diesmal auch auf Tollkötter-Brot und mit einem Pesto aus Walnuss, Gundermann, Giersch und Knoblauchrauke. Die Farbgebung hat uns spontan zur Umbenennung des Brotes in „Werder-Schnitte“ verleitet 😉

Die nächste Nudelrunde brachte uns die Maronen-Ravioli, mit Ricotta-Zitronen-Salbei-Spargel-Brokkoli-Füllung, dazu Butter mit gebratenem Salbei und Parmesan.

Maronenravioli

Ferrazzuoli und Garganelli

Garganelli-Produktion

Garganelli und Teig

Der letzte Nudelgang waren Ferrazzuoli und Garganelli aus normalem und dem übrigen Maronen-Nudelteig, jeweils in interessante Formen gerollt. Es ergab sich, dass wir sie nach dem Kochen noch einmal kurz angebraten haben. Die erste Runde gab es mit Parmesan, dazu ein sehr leichter Erdbeer-Gurken-Basilikum-Salat, eine schöne Erfrischung. Die zweite mit San-Marzano-Tomatensauce und einem Basilikumblatt.

Erdbeer-Gurken-Basilikum-Salat

Ja wir waren ganz schön genudelt bis hierhin! Aber es kam nun noch besser. Der Hauptgang überrundete das nun eigentlich geplante Tomatensorbet mit Basilikumsauce, da das Fleisch überraschend schnell gar war. Aus dem Schmorgemüse und dem Bratenfond haben wir mit Weißwein eine sämige Sauce püriert, dazu die Polenta gebraten.

Polenta braten

Das "Hauptgericht"

Und dann ging der Grand Prix d’Eurovision los! Die ARD hat ihn im Internet live gezeigt, Leider hatten wir nur mein Notebook mit UMTS-Zugang, so dass wir leider mit deutlichen Aussetzern beim Streaming zu tun hatten. Der Begeisterung tat es keinen Abbruch, zumal wir ja nun auch Schlagerkaiserin geworden sind, wie der überflüssige Moderator zum Abschluss verkündete,

Tomatensorbet

Panna Cotta mit Früchten und Granite

Zum Tomatensorbet, das nun folgte, gab nur sehr wenig von der Basilikumsauce, die mit Mascarpone die letzten Löcher im Bauch fast füllte. Und zu guter Letzt Panna Cotta mit verschiedenen Granaite – Espresso, Kakao und Maulbeer. Dazu noch Beerenmix – ein schöner Abschluss! Nun mussten wir uns nochmal durch das Loft rollen und die gröbsten Spuren unseres Wirkens beseitigen – die richtige Endreinigung übernimmt der Vermieter. Punkt 23 Uhr waren wir wie vereinbart fertig und konnten nach diesem schönen Tag wohlgenährt die Heimreise antreten.

Aufräumen notwendig

Und im November Oktober geht’s weiter mit dem Foodbloggertreff. Ich freu mich drauf!

16 Antworten auf „Hamburg kocht – ich koche mit“

  1. hallo martin, ein toller bericht mit schönen fotos!
    deine bruschettas waren superlecker. wer weiss, vielleicht begebe ich mich auch mal auf die wildkräuter-suche.

    was den ersten absatz betrifft, muss ich dich echt mal fragen: wann hast DU denn gesessen?

        1. Oh..ja..äh..da hat Freud ja schon wieder zugeschlagen. Naja außer „essen“ ist halt nicht viel drin 😉 Dafür verzichte ich auch schon mal aufs „Sitzen“ 🙂

  2. Herzlichen Dank für den netten Eintrag in unser Gästebuch. Wir sind froh, wenn es unseren Gästen bei uns gefällt und wir ein solches Feedback bekommen! Die Fotos in Ihrem Blog sind wunderschön und ich werde gerne wieder vorbeischauen!
    Birgit Hauss

  3. Ach, gestern gab’s auch was zu essen? Ging irgendwie an mir vorbei … Könnte aber erklären, wieso sich heute Morgen Osso bucco und Panna Cotta in meinem Kühlschrank fanden.

    Klasse Bericht und so tolle Fotos! Die „Werder-Schnittchen“ waren wirklich lecker – ich sollte dem Giersch in meinem Garten endlich mal zu Leibe rücken. Na ja, und der Rest war von ’ner besseren Mahlzeit kaum zu unterscheiden ;o)

    Und was die Küchenausstattung betrifft: Mangelndes Knowhow kann auch nicht durch gutes Werkzeug ausgeglichen werden ;o)

    Kleine Korrektur: Das Foodbloggertreffen ist im Oktober. Im November geht’s nach Asien – zu Sushi & Co.

    1. Ja stimmt, ich hab den Post gestern zum Grande Finale des Grand Prix geschrieben und da war ich nicht mehr so ganz auf der Höhe… Also: Oktober „Bloggertreff“ und November „Hamburg kocht IV“, richtig?

      Die Küche fand ich schon ok, Werkzeuge kann man auch mitbringen und natürlich muss man es auch können (wollen), aber einen besseren/größeren Kühlschrank hätt ich mir gewünscht. Aber das sind nur kleine Meckereien…

      Und was ich auch vergessen habe zu erwähnen, hier nochmal nachgeholt: Sabine und Steph, vielen Dank für die tolle Organisation!

    1. Ja, ich fürchte auch, dass der Name hängen bleibt 😉 Und dito: schön, dass sich echte, nette Leute hinter den virtuellen Kanälen verbergen 🙂

  4. Noch so’n toller Bericht. Und das Tollkötter Brot!!!! Davon habe ich schon soviel gelesen, aber noch nie gegessen. Was den Giersch angeht, da könnte ich wahrscheinlich ganz Bremen mit Pesto fürs Werderbrot versorgen. Ach was sage ich, ganz Deutschland.
    Dann sehen wir uns im Oktober, gell?

  5. So, nu melde ich mich auch endlich mal zu Wort, den gestrigen Tag brauchte ich zur Verdauung ;o)
    Deine Bilder sind wirklich klasse und wie schön, dass Du den Namen für die Werder-Schnittchen beibehalten hast – der Name drängt sich ja aber auch wirklich auf, oder?;o)

    So, und nu geht’s an die Planung des nächsten Treffens ;o)

  6. Ich finde übrigens, für’s nächste Treffen müssen wir zum Ausgleich Pauli-Schnittchen kreieren. Eigentlich geht’s gar nicht an, dass wir an dem Tag, an dem Pauli sein 100. feierte, Werderschnittchen speisten …

  7. Werder-Schnittchen gehen natürlich immer und überall … tztztz 🙂
    Ich bin aber auch dafür, dass das nächste mal mein zweitliebster Lieblingsverein dran ist – wie wär’s mit Pauli-Sushi? 😉

  8. Sodele, ich habe gerade eben bei Tollkötter angerufen: Hausbrot ist 70/30 Roggenmischbrot mit Natursauerteig. Ich werde versuchen, so etwas nachzubacken – dicke Kruste – die denken gar nicht daran nach Hamburg, geschweige denn Kiel zu kommen 🙂

    Und was die Werder-Schnittchen anbetrifft: Der THW-Kiel hat Handball-Champions-League und verdient wie der Pauli auch’n Schnittchen 😉

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