Münsteraner Kochwochenende – das große Fischmenu

Schon im Februar beim Kölner Kochwochenende hatten wir beschlossen, dass dies nicht die letzte Veranstaltung ihrer Art bleiben würde. Und um den Kölnern und Österreichern unter uns einen Einblick in die westäflische Metropole und ihr kulinarisches Potenzial zu geben, bin ich diesmal der Gastgeber der gleichen Kochrunde wie beim letzten Mal – Christian, Christine, Lena, Stefanie – und “S.” als Bekochte.

Die Tafel

Der Tag fing gut an. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir auf dem Münsteraner Markt all die leckeren Zutaten besorgen, die wir für unser Menü brauchten. Der Markt zeigte sich von seiner besten Seite, wie immer eine großartige Auswahl, im Frühsommer besonders bunt, und überall gute Laune – nach den vielen grauen Tagen kein Wunder. Wichtigste Quelle war diesmal der Fischstand, da wir uns ein Fischmenü vorgenommen haben. Mit einer Riesentüte voller maritimer Leckereien und mit ein paar begeisterten Besuchern im Schlepptau kehrte ich mittags an den Ort der kommenden Tat zurück.

Die Beute

Hier unser Menü:

dazu Pecorino-Oliven-Brotstangen.

Und hier der Wein, aus Köln von Lena (weiß) und Christine (rot) mitgebracht, jeweils passend zu den Gängen:

  • Monalina vom Weingut Brügel, fränkischer Silvaner, 2009
  • Schmelzer, grüner Veltinliner aus dem Burgenland, 2008
  • Hahnmühle, ein “Feuersteinrossel” (Nahe), Weißburgunder,2007
  • Clair de Lune vom Hacienda, ein kalifornischer Chardonnay von 2006 und ein Finkenauer, rheinhessischer Dornfelder, 2008
  • Dragonstone von Leitz, ein lieblicher Rüdesheimer Riesling, 2008

Vorweg als Einstimmung zum Kochen passte das erfrischende Holunderblütenlassi, zu dem ich meine Sirupvorräte gut gebrauchen konnte.

Holunderblütensirup

Spargelmus

Dann ging es los. Wir mussten viel vorbereiten – Fischfond, Brotstangen, Spargelmus für das Eis (zähe Geschichte!), das Gemüse für’s spätere Kochen und die Nachmittagshitze machte uns etwas zu schaffen. Teilweise waren 30 Grad in der Küche. So kom der erste Gang erst um 18 Uhr auf den Tisch.

Fenchel-Spargel-Salat mit Garnelen

Eine sehr feine Kombination mit Dill und Pimpinelle, in Holunderblütenvinaigrette. Der Spargel gekocht, der Fenchel roh. Auch bei Fenchelskeptikerin Christine überwog am Ende das Wohlwollen für die Kombination.

Fischsuppe

Die Fischsuppe, diesmal mit Rotbarsch und Kingklip, außerdem noch ein paar Grünschalenmuscheln. Viel Pesto sorgte für ein stimmiges mediterranes Aroma, dazu sehr gut passend die Brotstangen.

Lasagneband

So nun war der erste Hunger gestillt und wir konnten nun die Lasagne produzieren. Wie gerade in Hamburg geübt, war die Kräuterplattenproduktion kein Problem.

Butter bei die Fische

Die Lachsforelle kam gebuttert in den Ofen und wurde dort unter misstrauischem Blick von Lena bei 90° gegart. Das Ergebnis konnte uns dann überzeugen:

Offene Lasagne mit Kräutern

Die ungewöhnliche Kombination von Sahne, Soja, Sesam und Dill harmonierte gut mit Nudel und Fisch. Nach diesem Gang war noch einmal richtiger Einsatz gefordert – Salzplatte herstellen…

Sinnliches Salzkneten

… Kartoffeln zu Nestern frittieren ging leider schief, die Scheiben hielten nicht zusammen. Dafür kamen die Pommes souflées zustande, die beim letzten Mal nicht funktionierten.

Aufgeblasene Kartoffel

Eine zweite Panne betraf das Spargeleis. Das Eigelb, das zur Rose stocken sollte, wurde doch zu heiß und ist geronnen. Wir haben kurzerhand erneut begonnen, dann im Wasserbad mit ein paar Eiern weniger. So hat es dann doch noch funktioniert.

Nun noch die Filets in den Ofen. Statt des großen Deckels kam einfach ein umgedrehtes Blech über dem Fisch erfolgreich zum Einsatz…

Dorade auf Salzbett

… so dass auch der vierte Gang sehr schmackhaft und farblich harmonisch serviert werden konnte. Dazu zwei Weine parallel, den schweren Hacienda und den leichten Dornfelder.

Dorade serviert

Parallel dreht die Eismaschine schon ihre Runden, so dass wir bald nach dem Hauptgang das Spargeleis servieren konnten. Leider zu spät für Stefanie, die mit dem Zug nach Köln zurückfuhr und so das Dessert nicht mehr schaffte.

Spargeleis auf Erdbeere

Das Spargeleis war schön cremig gerührt. und harmonierte hervorragend mit der fruchtigen Säüre der Erdbeerscheiben. Dazu leerte sich die letzte Weinflasche im Nu, und langsam setzte bei uns eine gewisse Müdigkeit ein. Ein langer Tag war’s, mit vielen Eindrücken und viel Aktion!

Zum Abschluss noch einmal etwas Herzhaftes. so kamen dann auch die Salicornes noch zu einem kurzen aber ehrenvollen Auftritt.

Statt Kaffee

So war das Menü abgerundet beendet. Alle fühlten sich gut versorgt, ohne das wir zu viel gegessen hätten. Die Auswärtigen bekamen ein Taxi zum Hotel, wir räumten noch die Reste weg, die die kontinuierliche Spülbrigade nicht mehr geschafft hatte und fielen dann auch erschöpft und zufrieden ins Bett.

Ein schöner Tag, und wir haben gesehen, wie einfach es ist, ein schönes Menü herzustellen, ohne übertriebenen Aufwand zu betreiben. Und unter dem Strich haben wir heute sehr preiswert gelebt – ein 6-Gänge-Menü mit Wein für unter 30 Euro pro Person kriegt man sonst nicht alle Tage 😉

Daher freuen wir uns schon auf die Fortsetzung!

Unsere Mannschaft

4 Antworten auf „Münsteraner Kochwochenende – das große Fischmenu“

  1. Hach, habt Ihr ganz toll gemacht. Lustigerweise bin ich just zu der Zeit an Münster vorbeigefahren (wir waren auf Schwiegermutters Geburtstag) und hab an Dich, Martin gedacht. Wenn ich das gewusst hätte, ich hätte mich aussetzen lassen. Nächstes Mal möchte ich gerne dabei sein.
    Gruß aus dem Ahrtal, Eva-Maria

    1. Hallo Eva-Maria,

      die Kölner Fraktion formiert sich ja langsam zu neuen Abenteuern 😉 Wenn’s passt bin ich gerne dabei.

      Grüße
      Martin

  2. ich wäre auch gern dabei gewesen;) die speisen hätte ich alle ausnahmslos und bis zu den letzten krümmelchen mitvertilhgt;) vom wein mal ganz zu schweigen….

    1. Orsi

      irgendwie sind diese Gruppenkochaktionen immer sehr entspannend – und gut zu Essen kriegt man dabei auch 🙂 Wir sehen uns ja spätestens im November, vielleicht klappt es ja vorher nochmal?

      Grüße
      Martin

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