Fischauflauf mit Spinat

Fischauflauf ist eine der Leckereien aus WG-Zeiten, an die ich mich später nie mehr so unbekümmert herangetraut habe wie damals. Bekomme ich den Fisch richtig gegart im Auflauf? Wird die Sauce nicht zu dünn? Ist das Ganze nicht nur langweilig mit hellem Fisch, hellem Gemüse und heller Sauce? Trotzdem schwirrt dieses Gericht ab und zu durchs kulinarische Bewusstsein, und jetzt muss es wieder einmal sein. S. hat Silberlachs und Spinat gekauft, während ich in Hamburger Gelfiden weilte, daraus lässt sich so ein Auflauf wohl gut fabrizieren…

Auflauf in der Glasform

Ich koche ein Pfund Kartoffeln als Pellkartoffeln gar, dann dünste ich die Blätter von einem Pfund Spinat (gewichtsmäßig also etwa die Hälfte) mit einer Frühlingszwiebel und zwei Knoblauchzehen und Salz, bis der Spinat zusammengefallen ist. Ich gebe ihn in einen Durchschlag zum Abtropfen und fange die Flüssigkeit auf. Gut ausgedrückt wird der Spinat hoffentlich nicht zu sehr durchtropfen im Auflauf. In die Flüssgikeit gebe ich noch einen Schuss Weißwein und einen halben Becher Sahne, einen Esslöffel Löwenzahnsenf hinein und reibe etwas Pecorino dazu. Die Sauce ist noch nicht so richtig dick geworden, deswegen streue ich noch einen Esslöffel Instantmehl dazu – jetzt weiß ich warum das so heißt. Es lässt sich ohne Klumpen unterrühren.

Inzwischen sind die Kartoffeln gar und ich schichte den Auflauf in eine kleine Jenaer Glasform – ebenfalls noch aus WG-Zeiten. Erst eine Lage Kartoffeln, dann Spinat, darauf streue ich die Blätter von vier Zweigen Bergrosmarin, dann 350 g Silberlachs in Stücken, dann etwas Sauce, dann wieder Spinat, dann wieder Kartoffeln, schön ziegelartig, dann den Rest der Sauce. Das Ganze für 45 Minuten bei 180° in den Backofen.

Die Kruste ist schon mal gelungen…

Kruste

Und nach dem Anstich stellt sich der Auflauf so heraus, wie er sein soll – weich, aber mit Struktur, kein heraus ragender Einzelgeschmack, sondern eine wunderbare Mischung der Aromen, der Fisch nicht zu hart und fast kein Saucenüberschuss 🙂 Die WG lässt grüßen, das gibt’s jetzt wieder öfter!

Fischauflauf mit Spinat

3 Antworten auf „Fischauflauf mit Spinat“

  1. Bei „Fischauflauf“ hätte ich die gleichen Bedenken wie du. Wobei ich bei Fisch sowieso eher pienzig bin was den Gargrad angeht und suppige Eintöpfe nicht leiden kann. 😉 Hier würde ich aber mal probieren.
    Bei Silberlachs ist die erste Assoziation übrigens „Der Schatz im Silbersee“. Noch nie gehört gehabt bisher, aber Wikipedia macht ja kluk.

    1. Ja, es ist immer eine Gratwanderung 😉 Der Gargrad hängt auch vom Fisch ab. Kabeljau hätte ich gerne noch glasiger gehabt, der Silberlachs war etwas fester gerade richtig.

      Silberlachs ist ein Beifang, wie mir mein Fischhändler erklärt. Den kauft er gezielt, damit die Fischeriequoten nicht dadurch unterlaufen werden, dass die Fischer den nicht quotierten gefangenen Fisch einfach wieder ins Meer schmeißen, um nur mit dem quotierten wieder an Land zu gehen. Absurde Regelung… aber ich find’s gut, dass er sich darum kümmert…

  2. Das kann ich so nachvollziehen! In jüngeren Jahren habe ich beinahe jede erdenkliche Zutat zu einem Auflauf zusammen geworfen. Und dabei ist was Gutes rausgekommen. Heute bin ich nicht mehr so entspannt und überlege vorher, was alles schiefgehen kann.
    Man sollte wirklich den Kopf abschalten und nur das Gefühl walten lassen. 😉

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