Das neue Kochfeld

Wie zuletzt angedeutet, ist mein geliebtes Kochfeld DTI308 von DeDietrich einem jähen Hitzetod erlegen – und das auch noch durch eigenes Verschulden… (ok, ich könnte mich damit rausreden, dass ich kein französisch kann, aber der Comic ist eindeutig – ich hatte vorne die mittlere Variante und hinten die Schotten dicht).

DeDietrich

Der erste Gedanke nach dem Infarkt war „Reparatur“, aber DeDietrich ist in Deutschland eigentlich nicht vertreten. Es wäre also kompliziert und/oder teuer und langwierig geworden. Da ich schnell wieder kochen wollte, habe ich mich auf dem Markt einmal umgeschaut. Das wegen Renovierung eh schon strapazierte Haushaltsbudget sollte dabei nicht über Gebühr belastet werden. Zum Glück gibt es inzwischen auch günstige Induktionsherde – beim Kauf des DeDietrich vor einigen Jahren war das noch nicht so. Gaggenau, Miele, die Top-Modelle von Siemens – alles leider gerade außerhalb der Möglichkeiten. Außerdem haben die meisten Modelle die eine oder andere Eigenschaft, die sie für mich unattraktiv machen – sei es die umständliche Knebelbedienung bei Siemens, die (zumindest für Linkshänder) ungünstige asymmetrische Plattenanordnung oder schlicht die Maße, die nicht zum frisch geschnittenen Loch in der Arbeitsplatte passen.

Schließlich fiel meine Wahl auf AEG (also eigentlich Elektrolux) HK854400. Kein Techie-Overkill (ohne eingebauten Fernseher oder so) und -wichtig!- eine einfache Bedienung der einzelnen Kochfelder. Auch interessant: die Möglichkeit, eine Bodenplatte unterzubauen, damit man noch eine Schublade unter das Kochfeld bekommt.

Das neue Kochfeld

Information vor dem Kauf
Jetzt wird es spannend – bekomme ich die Detailinfos, die ich benötige? Erst einmal kämpfe ich mich auf der AEG-Seite durch die Produktvarianten. XS, XB, IS, IB – mit Rahmen, ohne Rahmen, mit Facette, in Silber – alles da, nur teilweise etwas schlampig gepflegt. Da aber alle Handbücher zum Download bereitstehen, findet sich nach einiger Suche die Info.

Und wie war das jetzt mit der Bodenplatte? AEG listet den genauen Typ dieses Zubehörteils nicht etwa beim Kochfeld, sondern nur im Gesamtprospekt – und dann auch noch den falschen. Das habe ich erst herausgefunden, nachdem ich mit dem Händler, bei dem ich letztendlich gekauft habe, mehrfach nachgefragt habe, warum er für den 80cm-Herd die 70cm-Bodenplatte anbietet. Die Auskunft war, dass es ein AEG-Fehler ist und dass das Kochfeld von unten schmaler ist.

Die nächste Hürde – welchen Stromanschluss hat das Kochfeld? bei AEG steht 220-240 V, 7200 W. Unwahrscheinlich, aber bestätigt sowohl durch den Händler (sofort) als auch durch den AEG-Support (nach 3 Tagen). Eine andere Seite listet das Feld auch mit 2 Phasen 400V. Die brauche ich auch. Ich lasse es darauf ankommen und bestelle es. Vorsichtshalber buche ich den Elektriker schon mal für einen möglichen Leitungsumbau.

Installation
Das Paket kommt nach einigen Tagen, alles drin. Das Feld passt in den Ausschnitt der Arbeitsplatte (puh!), der Stromanschluss stimmt auch. Die Bodenplatte passt und lässt sich mithilfe der beiliegenden Anleitung mit winzigen Bildern und einer Leselupe auch fachgerecht montieren. Alles gut. Und siehe da – das Feld kommt mit einem 400v Anschluss. Man kann es auf 240V umrüsten, aber so passt es genau. Der Umbau wird wieder storniert.

Nutzung
Die Sensorfelder für die Bedienung sind ok. Mir war wichtig, dass man jede Platte unmittelbar steuern kann, ohne vorherige „Kanalauswahl“ oder ähnliches. Die Scroll-Leiste ist ein bisschen eng zusammen, eine exakte Anwahl eines Werts ist (zumindest mit meinen Fingern) etwas knifflig, wohl aber auch meistens nicht notwendig. Die Features sind ok, praktisch ist „Stop-and-Go“. Ein Druck schaltet alles auf kleinste Stufe, ein erneuter Druck wieder auf die vorherige Einstellung. So kann man auch mal schnell zwischendurch ans Telefon o.ä. Etwas gespart wurde beim Timer. Es gibt nur einen Zähler und einen Schalter für alle vier Felder, man muss sich dann etwas mühselig jeweils „durchklicken“. Da hätte auch für jedes Feld ein eigener hingepasst.

„Auf diesem MaxiSense®-Kochfeld können Sie Ihre Töpfe und Pfannen nahezu an jede beliebige Stelle platzieren – es muss nur jeweils eine Kreuzmarkierung bedeckt sein“ ließ mich vermuten, dass es sich um eine Werbeaussage handelt, die man nicht zu ernst nehmen muss. So ist es auch. Die einzelnen Kochstellen sind 21cm groß, ab 12,5cm werden Töpfe erkannt. Natürlich kann man den Topf so stellen, dass er nicht konzentrisch zur Platte ist. Dann kocht es eben nur da, wo auch eine Induktionsspule darunter ist. Dieses Feature ist nicht neu, das hatte vor 25 Jahren mein erster WG-Herd mit 4 rostigen Heizplatten auch schon.

Töpfe auf dem Kochfeld

Ich habe meist eine 28cm-Pfanne im Einsatz, dazu ein 16cm-Topf und je nach Gericht einen 20er oder einen 28er Topf (auf dem Bild rot markiert). Leider muss man die größeren Töpfe etwas „quetschen“, damit sie optimal beheizt werden. Die Leistung ist bei Töpfen mit mehr als ca 24 cm Durchmesser nicht mehr gut verteilt, sondern zentriert sich um das Kreuz. Auch rutschen die größeren Töpfe und Pfannen gerne einmal auf die Bedienungsfelder und lösen irgendwelche unerwünschten Aktivitäten aus. Vielleicht durch die Größe bedingt, habe ich das subjektive Gefühl, dass die Heizleistung geringer ist als früher, auch wenn die nominelle Leistung der großen Platten mit der der vorherigen übereinstimmt.

Aber ich gebe zu, dass das alles Jammern auf hohem Niveau ist. Ich gewöhne mich gerade schnell an das neue Feld – nur werde ich ab und zu ein bisschen jammern, dass früher eben doch alles viel besser war 😉

2 Antworten auf „Das neue Kochfeld“

  1. Genau wegen deiner im vorletzten Abschnitt beschriebenen „Probleme“ mit den Kreuzen und nach einer sehr ausführlichen Mailerei mit dem Kundendienst von AEG (Großes Lob! Aber auch hier langes Warten auf Antwort) habe ich mich dann doch für Neff entschieden. Noch muss ich ein paar Wochen auf’s Ausprobieren warten, dann schreibe ich vielleicht auch mal so einen interessanten Kaufentscheidungsbericht wie du. Ich versuche es zumindest.

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