Lammleber mit Bohnen-Pfifferling-Püree

Ein Rezept in Oskar Martis „Sommer in der Küche“ weckt meine Aufmerksamkeit. Dicke Bohnen mit Pfifferlingen! Das klingt sehr interessant, mal sehen, was sich daraus machen lässt…. erster Kandidat sind Streifen vom Rinderfilet, aber der Rundgang auf dem Markt bringt noch was Besseres: Lammleber wollte ich schon immer mal essen und der Lammhändler des Vertrauens hat die heute auf der Liste. Also frisch ans Werk!

Lammleber mit Bohnen-Pfifferling-Püree

Bereits nachmittags mache ich das Püree. Ein Kilogramm dicke Bohnen geben nach dem Palen, kurzem Blanchieren und entfernen der Schale gut 300 Gramm Kerne frei. Die dünste ich in ein wenig Butter an. Dazu kommen 150 g geputzte Pfifferlinge und es wird weiter gedünstet. Nach ein paar Minuten gebe ich 100 ml Milch dazu, außerdem die Blätter von einem Zweig Bohnenkraut und von zwei Zweigen Bergbasilikum. Noch ein bisschen Salz, dann köchelt das Gemüse in 20 Minuten weich. Anschließend streiche ich es durch ein Sieb und bewahre das Püree bis abends im Kühlschrank auf.

Das Püree in Arbeit

Die Lammleber (ca 400 g) muss nicht mehr viel geputzt werden. Siebeck will sie gerne im ganzen schmoren, aber ich mache sie bei diesem ersten Mal lieber klassisch. Ich schneide sie in dünne Scheiben, wende sie in Mehl und brate sie nur sehr kurz in der heißen Grillpfanne, ca 20-30 Sekunden von jeder Seite. So ist sie nochganz leicht rosa in der Mitte und überhaupt nicht mehlig. Das Bohnenpüree habe ich vorher schon mit etwas Milch wieder warm gerührt, es kommt auf getoastetes Ciabatta-Brot und obenauf ein paar der verwendeten Kräuter als Deko.

Sehr lecker! Die Leber ist ganz zart und schmeckt nur einen Hauch nach Lamm, sie ist fast süßlich, so mild ist sie. Das Püree ist großartig – eigentlich braucht man gar nicht anderes! Leider macht es sehr satt, so dass wir uns bald nach dem Beginn vom Tisch wegkugeln…

Das nächste Mal mach ich noch ein paar geröstete Zwiebeln dazu und lasse das Brot weg. Und vielleicht eine kleine Balsamico-Reduktion als Sauce….

Fischauflauf mit Spinat

Fischauflauf ist eine der Leckereien aus WG-Zeiten, an die ich mich später nie mehr so unbekümmert herangetraut habe wie damals. Bekomme ich den Fisch richtig gegart im Auflauf? Wird die Sauce nicht zu dünn? Ist das Ganze nicht nur langweilig mit hellem Fisch, hellem Gemüse und heller Sauce? Trotzdem schwirrt dieses Gericht ab und zu durchs kulinarische Bewusstsein, und jetzt muss es wieder einmal sein. S. hat Silberlachs und Spinat gekauft, während ich in Hamburger Gelfiden weilte, daraus lässt sich so ein Auflauf wohl gut fabrizieren…

Auflauf in der Glasform

Ich koche ein Pfund Kartoffeln als Pellkartoffeln gar, dann dünste ich die Blätter von einem Pfund Spinat (gewichtsmäßig also etwa die Hälfte) mit einer Frühlingszwiebel und zwei Knoblauchzehen und Salz, bis der Spinat zusammengefallen ist. Ich gebe ihn in einen Durchschlag zum Abtropfen und fange die Flüssigkeit auf. Gut ausgedrückt wird der Spinat hoffentlich nicht zu sehr durchtropfen im Auflauf. In die Flüssgikeit gebe ich noch einen Schuss Weißwein und einen halben Becher Sahne, einen Esslöffel Löwenzahnsenf hinein und reibe etwas Pecorino dazu. Die Sauce ist noch nicht so richtig dick geworden, deswegen streue ich noch einen Esslöffel Instantmehl dazu – jetzt weiß ich warum das so heißt. Es lässt sich ohne Klumpen unterrühren.

Inzwischen sind die Kartoffeln gar und ich schichte den Auflauf in eine kleine Jenaer Glasform – ebenfalls noch aus WG-Zeiten. Erst eine Lage Kartoffeln, dann Spinat, darauf streue ich die Blätter von vier Zweigen Bergrosmarin, dann 350 g Silberlachs in Stücken, dann etwas Sauce, dann wieder Spinat, dann wieder Kartoffeln, schön ziegelartig, dann den Rest der Sauce. Das Ganze für 45 Minuten bei 180° in den Backofen.

Die Kruste ist schon mal gelungen…

Kruste

Und nach dem Anstich stellt sich der Auflauf so heraus, wie er sein soll – weich, aber mit Struktur, kein heraus ragender Einzelgeschmack, sondern eine wunderbare Mischung der Aromen, der Fisch nicht zu hart und fast kein Saucenüberschuss 🙂 Die WG lässt grüßen, das gibt’s jetzt wieder öfter!

Fischauflauf mit Spinat