Gratinierte Orangen-Fenchel-Miesmuscheln mit Curry-Brunoise

Ein verregneter 3. Advent lädt zum Experimentieren ein. Ich habe Muscheln gekauft, eigentlich sollten die „ganz normal“ gekocht und gegessen werden. Aber nun entschließe ich mich zu einer aufwändigeren Variante – mit Orangen-Fenchel-Panade sollen sie bedeckt werden.

Gratinierte Miesmuscheln mit Brunoise

Dazu bereite ich zunächst die Panade.
1 Fenchelknolle
1 TL getrocknete zermörserte Orangenschale
1 kleine Scheibe Kartoffelbrot, entrindet und fein zerkrümelt
4 EL Orangensaft
4 EL Sahne
etwas Chili
eine Prise Curry

Von der Fenchelknolle nehme ich die dicken äußeren Schichten, die ich zunächst schäle und dann in sehr kleine Würfel schneide (2-3mm). Ich dünste sie etwas in Olivenöl an und gebe dann die Orangenschale, Saft, Sahne und die Gewürze dazu. Nur wenig salzen, die Muscheln sind ebenfalls salzig! Durch das frische Brot wird die Panade sehr luftig, wie bei Panko. Da das Gemisch jetzt relativ feucht ist, muss ich nachher bei großer Hitze übergrillen.

Nun sind die Muscheln dran.
1 kg Miesmuscheln
1 rote Zwiebel, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
250 ml Weißwein
125 ml Gemüsebrühe
Die Putzabfälle und die Reste vom Fenchel, gehackt

Alle Zutaten außer den Muscheln kommen in eine Pfanne und so entsteht der Sud für die Muscheln. die kommen dann, wenn es stark kocht, dazu und garen bei geschlossenem Deckel etwa 5 Minuten. Ich habe schön große bekommen, kleinere können auch eher raus.

Währenddessen beginne ich die Brunoise
2 große Kartoffeln, feinst gewürfelt
1 kleine Porrestange, nur das Weiße, feinst gewürfelt
1 Stück Sellerie (halb so viel wie die Kartoffeln), feinst gewürfelt
1 walnussgroßes Stück Ingwer, feinst gewürfelt
2 EL getrocknete Apfelscheiben, grob zermörsert
2 TL scharfes Currypulver
Butter

Alles zusammen kommt in eine weitere Pfanne und brät in ca. 10 Minuten knusprig.
Nun kommen die halbierten Muschen aufs Backblech und werden mit der Panade versehen. Dann unter den vorgeheizten Grill auf höchster Stufe für 5-10 Minuten.

Gedämpfter Porree

Zum Anrichten habe ich mir noch etwas Besonderes ausgedacht. Ich habe den grünen Teil des Porrees in schmale gleichlange Streifen geschnitten und die über einer mit Wasser gefüllten Pfanne ca 5 Minuten gedämpft. Die Teller halte ich warm, so kann ich gleich die Servierteller nehmen. Ein wenig Salz kommt noch darauf, dann können die Muscheln mit der Brunoise angerichtet werden.

Guten Appetit! Die Muscheln sind große klasse, wieso hab ich das nicht schon viel eher mal gemacht?

Miesmuschel mit Brunoise

Rote-Bete-Suppe mit Curry-Rosenkohl und Vogelmiere

Feierabend – ein schnelles Abendessen muss her. Zum Glück habe ich gestern schon zwei mittelgroße Rote-Bete-Knollen gegart, die kann ich nun gut verarbeiten. Mmm, eins meiner Lieblingsgemüse! Vorab schnell noch in den Garten. Es ist schon wieder früh dunkel, so gewinnt das Kräutersammeln seinen eiegenen Reiz…
Rote-Bete-Suppe mit Curry-Rosenkohl und Vogelmiere

Zurück im Hellen mache ich mich ans Werk: 6 mittlere Kartoffeln kochen geschält zusammen mit einer roten Zwiebel (kleingeschnitten) und einer großen Knoblauchzehe in 1 Liter Gemüsebrühe und einem guten Löfel Majoran weich. Dann gebe ich die Rote-Bete in Stücken dazu und lasse alles noch ein wenig köcheln. Dann sorgt der Zauberstab für eine gleichmäßige sämige Suppe. ein bisschen zu dick ist sie geworden in der ersten Runde, wie man auf dem Foto sieht. Das korrigiere ich für den Nachschlag mit einem weiteren halben Liter Wasser.

Zum Anrichten kommt noch ein wenig Einlage dazu, die noch vorbereitet werden will. Ich koche anfangs kurz vier geputzte Rosenkohlköpfe in der Suppe mit, ein paar Minuten nur, so dass sie noch fest sind. Dann schneide ich sie so in dicke Scheiben, dass der Strunk an jeder Scheibe die Blätter noch zusammenhält. Schnell in der Pfanne zusammen mit den Croutons aus dem selbtgemachten Dinkelbrot anbraten, mit Currypulver und Orangenzucker bestreuen und in die Suppe geben. Eine Handvoll Vogelmiere obendrauf und die Reissahne als „Aufheller“.

Fertig ist eine großartige vegane, glutenfreie und auch sonst ziemlich gesunde Suppe!

Yabba Dabba Doo!

Steinzeitküche – das Wort fiel mir direkt ins Auge neulich in der Tageszeitung. Ein Berliner Kiezrestaurant (das „Sauvage“ in Neukölln) macht Furore mit diesem Thema, die Fernsehreporter stehen Schlange… Mal ein bisschen nachgeforscht – was ist das eigentlich? Immerhin dauerte die Steinzeit fast 2,5 Millionen Jahre, da kann man eine Menge an Rezepten ausprobiert haben…

Also: die „paläolithische“ Ernährung hat sich zum Ziel gesetzt, uns nur mit den Dingen zu versorgen, die auch der Neanderthaler vor der Flinte – äh, Keule hatte. Also Fleisch, Fisch, Beeren, Wurzeln, Obst, Gemüse, Nüsse. Keine vorproduzierten Lebensmittel, kein Zucker, kein Mehl (wieso eigentlich nicht? In der Spätsteinzeit wurden ja schon die erstern Bauern aus der sicheren Umgebung der Alien-Raumschiffdecks beobachtet ), keine Milchprodukte, kein Öl, … regional und saisonal also – soll gesund sein… Die Theorie ist umstritten, immerhin wurden genetische Anpassungen des Menschen seit der Jungsteinzeit auf die veränderte Nahrungssituation nachgewiesen. Oder waren das auch die Aliens? Jedenfalls klingt die Zutatenliste kompatibel genug mit meinen normalen Kochaktivitäten, dass ich einmal ein „Steinzeitgericht“ wage.

Schweinefilet mit Cranberries und Röstgemüse

Ich erlege ein Wildschwein und schneide eins der Filets heraus, die traditionell dem Clan-Chef zustehen. Das hacke ich mit dem Faustkeil in Medaillons, die werde ich kurz auf offener Flamme braten. Die Frauen haben Pastinakenwurzeln und ein paar Zwiebeln gesammelt, die werden mit Thymiankraut aus dem Vorrat gebacken (wenn der Neanderthaler digitale Backöfen kennen würde, würde er sagen: 90 Minuten bei 180°, dann kurz übergrillt. Aber wir würden ihn ja sowieso nicht verstehen mit seiner Ursprache).

Gebackene rote Zwiebeln

Auf einer Steinplatte schmoren indes ein bis zwei Handvoll großfrüchtige Moosbeeren, mit ein wenig Wasser versehen, so dass sie nicht anbrennen. Auch dazu geben wir Thymiankraut. es soll böse Geister vertreiben, die uns husten lassen und die Atmung erschweren. Auch ein Stück von der erbeuteten Honigwabe geben wir dazu, weil wir die Süße zu schätzen wissen. Einer unserer Abenteurer hat aus dem Süden eine seltsame orange Frucht mitgebracht, sie riecht sehr aromatisch und ist saftig. Wir geben ein Stück der Schale dazu, denn die saftigen Stücke essen wir lieber roh.

Dann legen wir das Fleisch auf die heiße Platte, auf dem ein Stück von dem fetten Zeugs unter der Haut erst einmal flüssig gemacht wurde und bräunen es von beiden Seiten, bis das Blut nicht mehr herausläuft. Zu Ehren der Hustengeister geben wir nun etwas von den gegarten Beeren darauf. Dazu kommen die gegarten Zwiebeln und Wurzeln. Damit die so richtig schmecken, geben wir etwas von den vergorenen und sauer gewordenenen Trauben dazu, die sich so wundersam seit dem Sommer halten. So verspeise ich das herzhafte Mahl.

Medaillon, erlegt.

Pastinaken-Steinpilz-Suppe

Nigel Slater liebt Pastinaken. Deswegen finden sich in seinem großartigen Gemüsegarten- und -kochbuch Tender auch eine ganze Menge Rezepte zum Thema. Heute bin ich nicht so kreativ, deshalb koche ich seine Pastinaken-Steinpilz-Suppe einfach nach.

Pastinaken-Steinpilz-Suppe

Eine gute Handvoll getrocknete Steinpilze übergieße ich mit kochendem Wasser und lasse sie 20 Minuten ziehen. Mittlerweile schneide ich zwei mittelgroße Pastinaken (geschält) in dicke Scheiben, die ich in der Pfanne anbrate, bis sie goldbraun sind. Dann ab damit in den Topf, zusammen mit zwei grob gehackten Zwiebeln, einer Knoblauchzehe und einer Stange Sellerie. Alles dünstet noch etwas in ein wenig Olivenöl, dann kommt der Großteil der Steinpilze samt Einweichwasser dazu. Ein paar hebe ich auf für die Einlage. Zusätzlich noch Gemüsebrühe, insgesamt ca. 1,5 Liter Flüssigkeit. Noch ein wenig Salz dazu, dann köcheln die Pastinaken ca. 40 Minuten, bis sie weich sind.

Ich püriere die Suppe, gebe noch ein wenig Wasser dazu, sie ist zu dick geworden. Dann kommt noch die Einlage: die restlichen Pilze mit ein wenig gehacktem Dill ein paar Mandelblättchen (Nigel Slater verwendet Petersilie und Walnuss) und geriebenem Knoblauch kurz in Butter anbraten und auf den ebenfalls in der Butter kurz angerösteten Dinkeltoast (Nigel Slater verwendet „interesting bread“) geben. Mit ein bisschen Drumherum sieht das im Suppenteller recht nett aus.

Die Suppe schmeckt, aber anscheinend hat Nigel Slater größere Hände als ich. Für mich hätte es durchaus noch mehr Steinpilz sein können. Trotzdem ein schönes Abendessen an diesem verregneten Oktobertag. Und die Reste werden wie immer eingefroren für die Tage mit weniger Zeit.

Zwei Suppen

Die Folgen des Spontankochens – ich habe diverse Gemüse vorbereitet, aber jetzt einfach alles in einen Topf werfen? Da orange und grüne Anteile dabei sind, würde das Abendgericht farblich wohl eher nicht so attraktiv werden… kurzerhand setze ich zwei Töpfe auf, koche die Farben getrennt und verwerfe auch die Idee, einen Yin und Yang-Teller zu kreieren – so wird der Abend in der Küche viel stressfreier… Jetzt gibt es halt erst einen Teller orange Suppe und dann einen Teller grüne.

Zwei Suppen - in Arbeit

Orange Suppe
Ich nehme eine rote Zwiebel, eine Möhre, eine Knoblauchzehe, schneide alles klein und dünste das Gemüse in wenig Olivenöl. Nach 5 Minuten kommt der Kürbis (etwa ein Viertel eines kleinen Hokkaido) und ein halber Liter Wasser dazu. Außerdem 1/2 Teelöffel Chili und ein größeres Stück getrocknete Orangenschale. Die Suppe kocht ca. 20 Minuten, dann entferne ich die Orangenschale und püriere die Suppe. Etwas Schmand, Salz und ordentlich noch einmal Wasser dazu geben eine feine Suppe. Die Einlage besteht aus selbst getrockneten Apfelringen. Sie lassen sich leicht zerbröseln, anders als ihre gummiartigen kommerziellen Verwandten. Zur Deko und fürs Aroma noch ein wenig Kürbiskernöl.

Grüne Suppe
Diese Variante ist noch einfacher: 3 mittlere Kartoffeln und eine gut Stange Lauch putzen und kleinschneiden. Gemeinsam im Topf andünsten, 1 TL Majoran und Salz dazu, ein Schuss Balsamico hinein. Auch dieses Suppe kocht ca. 20 Minuten, bis sie unter dem Zauberstab ein glattes Ende findet.

Dafür ist hier die Einlage etwas aufwändiger. Ich nehme 2 Scheiben geräucherten Lachs und zerkleinere sie mit dem Messer zu feinem Tartar. Dazu kommen 3 EL Schmand, Salz, 1/4 TL Senf und 1 TL gemörserter Koriandersamen (gesiebt, damit die Schalenreste draußen bleiben. Alles verührt, ensteht eine kompakte Masse, die die Suppe angenehm bereichert.

Jetzt nur noch entscheiden, wer welche Suppe zuerst bekommt 😉

Zwei Suppen

Zwiebel-Pflaumenkuchen

Das ist Prozesseffizienz – Zwiebel- und Pflaumenkuchen in einem! Inspiriert durch ein altes e&t-Rezept versuche ich heute, einen Zwiebelkuchen etwas charmanter hinzubekommen als im üblichen Classic Stil – leichter soll er sein, fruchtig, knusprig, eher wie ein Flammkuchen.

Zwiebel-Pflaumenkuchen

Ich bereite also schnell einen Dinkelhefeteig aus 500g Dinkelmehl 630, 8 EL Olivenöl, 290 ml warmen Wasser, 1 Würfel Hefe, 2 Prisen Zucker, 2 Prisen Salz. Während der Teig zieht, schneide ich 3 rote Zwiebeln in dünne Scheiben und dünste sie ca. 25 Minuten im übrig gebliebenen Lauchsud von gestern. Wer den nicht hat, könnte hier schonmal ein Glas Federweißer einsetzen, so dass die roten Zwiebeln etwas fruchtig werden. Es darf aber nur so viel Flüssigkeit sein, dass sie am Ende der Garzeit nahezu verkocht ist.

Zeitgleich setze ich 2 Stangen Lauch auf, die ich in 1 cm breite Rollen geschnitten habe. Er dünstet in der Pfanne mit ein wenig Olivenöl und 1 TL gemörserten Rosmarin bei geschlossenem Deckel, bis er nicht mehr knackig ist.

Jetzt kann die Montage beginnen. Ich rolle den Hefeteig (d.h. etwa 2/3 davon) dünn aus, so dass er auf ein Backblech passt. Der Ofen ist schon an und heizt sich bis 240° auf. Auf dem Hefeteig verstreiche ich nun den Inhalt eines Bechers Creme Fraiche, darauf kommen Lauch und Zwiebeln. Da ich sie getrennt gegart habe, haben beide ihre Farben erhalten und nun leuchten mir der grüne Lauch und die roten Zwiebeln vom Blech entgegen. Jetzt kommen noch 10-12 Pflaumen dazu, die ich entkerne und längs in Sechstel schneide. Und zu guter Letzt kommen dünne Scheiben fetter Speck vom Bentheimer Schwein und ebenso ein paar Scheiben Kernschinken, ebenfalls vom Bentheimer, zerzupft auf die Zwiebelmenge. Salzen, pfeffern, ab in den Ofen. Auf der untersten Schiene wird der Boden in 15 Minuten schön knusprig, der Belag bleibt saftig. Speckphobiker keine Angst – es gibt hier keine Gummiknubbel drin. Der dünne fette Speck zerfließt fast vollständig und hinterlässt nur sein feines Aroma.

Beim Getränk bin ich nicht so experimentierfreudig und trinke einen Pfälzer Federweißen dazu.

Schinken und Speck auf dem Zwiebelkuchen

Radicchio-Feigen-Quinoa

Manchmal ensteht die Idee zu einem Gericht wie ein Crescendo – erst ist der Wunsch nach einer Zutat da, und während sie schon in Bearbeitung ist, kommen erst nach und nach die weiteren Bausteine dazu, ohne Planung, sondern aus einer natürlichen Harmonie – und um die lyrische Komposition wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen: manchmal schlicht aus den häuslichen Vorräten, die verbraucht werden müssen, Das Ergebnis ist nicht vorhersehbar und oft – nun, „interessant“. Manchmal ist es jedoch großartig, so empfand ich es bei diesem schnellen kleinen Mittagsgericht „for One“.

Radicchio-Feigen-Quinoa

1/2 Tasse Quinoa

setze ich heiß gespült mit Wasser auf (Quinoa hat eine Schutzschicht aus Saponinen um die Körner, die schnell bitter sein können, daher vorher heiß abspülen) und koche die Körner in ca 12 Minuten bissfest. In der Zeit schneide ich

1 rote Zwiebel
1/2 Kopf Radicchio

in Scheiben. Die Zwiebeln dünn, den Radicchio knapp 2 cm dick, damit die Scheiben beim Braten nicht auseinanderfallen. Genau das widerfährt nun dem Gemüse. Erst dünste ich die Zwiebeln in Olivenöl halbwegs weich, dann schiebe ich sie zur Seite und gebe die Radicchioscheiben in die Pfanne. Sie braten dort für einige Minuten bis sie heiß sind und ein wenig Farbe angenommen haben.
Es fehlt noch was, zu viel Bitterstoffe und trocken ist es auch noch… Ich gebe

2 EL Dattel-Klacks (wer nicht in Bioläden kauft, kann auch einfach Apfelkraut nehmen)
1/2 TL Piment d’Espelette
1 EL Balsamico
Salz

auf die Zwiebeln und verrühre das Gemisch. Der Quinoa ist gar und kommt ebenfalls dazu. Schon nicht schlecht.
Jetzt ab auf den Teller und die Radicchioscheiben darauf. Da fehlt immer noch was.

2 kleine Feigen

werden geachtelt und über das Gericht gestreut, darauf kommt dann noch einmal

1 EL Balsamico (vom Guten)

So schmeckt’s! Großartig sogar, das Rezept kommt in die Ewigenliste. Und gesund ist es auch noch 🙂

Nachgekocht: Pastishuhn à la Pastasciutta

Heute will ich mich mal wieder ans Hühnerbraten geben. Und weil Alltag ist, gibt es nur zwei Keulen. Das kürzlich von nata gepostete Rezept klingt vielversprechend, da denk ich nicht lange nach und koche (fast) genauso.

Pastishuhn

Zwei rote Zwiebeln, eine große Ochsenherztomate und 2 Knloblauchzehen hacke ich grob und gebe sie in die Auflaufform. Darauf die Hühnerbeine, beides leicht gesalzen. Bei 180° kommen die in den Ofen, nach 20 Minuten kommen noch 6 halbierte, geölte Kartoffeln in einer separaten Form dazu. Das Huhn übergieße ich einmal nach 30 Minuten und einmal nach 50 Minuten mit einem guten Gläschen Pernod.

Nach 70 Minuten muss das Essen auf den Tisch – es ist schon spät. Die beiden Biobeine haben eine crosse Haut, sie hätten aber gut noch 15 Minuten länger braten können. Die Kartoffeln sind gut, und der Renner an diesem Gericht für mich ist die Sauce. Die roten Zwiebeln und vor allem die fleischige Ochsenherztomate verbindet sich mit dem Pastis und dem Hühnerfett zu einer Aromaexplosoin, die nach Fenchel, Wurzelgemüse, und roter Frucht schmeckt. Sehr gut, und die feine Haut der Tomate stört nicht im Geringsten!

Das sieht für mich wie ein Kandidat für die nächste Party aus, dann vom Blech!

Gebackener Spargel mit Apfel-Rotwein-Sauce

Wochenende bei den Eltern – wie wollen wir da zu unserer notwendigen Spargelration kommen? Ganz einfach, wir bringen die Zutaten mit und ich krame in meinem Rezeptfundus. Einer unserer Klassiker dürfte das Richtige sein, es ist ein altes e&t-Rezept, dass sich mit den Jahren so zurechtgeruckelt hat, dass es schnell geht und gut funktioniert. Und die Sauce ist ein Knaller! Leider auf dem Foto nicht drauf, sie ist weinrot und etwas sämig und sehr schmackhaft, ohne dem Spargel sein Aroma zu nehmen.

Spargel mit Schinken und Kartoffelbrei

Das Rezept, diesmal für 4 Personen:

2 kg Spargel, geschält
1 kg Kartoffeln, geschält

Den Spargel koche ich 10 Minuten im Bräter, auch die Köpfe müssen bei diesem Rezept gekocht und nicht nur gedämpft werden, sonst bleiben sie später am Blech kleben. Ich lagere die Stangen im Bräterdeckel, bis sie etwas abgekühlt sind.

So lange kann ich die Sauce ansetzen.

2 kleine rote Zwiebeln, in kleine Stücke geschnitten
1 säuerlicher Apfel, geschält und in kleine Stücke geschnitten
4 TL Zucker
1/2 TL Chiliflocken
150 ml Rotwein
200 ml Gemüsebrühe

Die Zwiebeln dünste ich in wenig Öl an und lasse sie mit dem Zucker karamelisieren. Dann kommt der Apfel dazu, kurz danach Rotwein und Brühe. Die Mischung kocht auf kleiner Hitze weich. Später werde ich sie noch pürieren.

Nun wickle ich den Spargel paarweise (bei dicken Stangen) oder zu dritt (bei dünneren) in eine nicht zu dünne Scheibe rohen Schinken. Diesmal hatte ich

15 große Scheiben San Daniele-Schinken
8 kleinere Scheiben Rinderschinken.

Das Rezept mache ich normalerweise nur mit Schweineschinken. Da meine Mutter kein Schweinefleisch essen kann, kommt der Rinderschinken zum Einsatz. Kleinere Scheiben gehen auch wenn man sie ein wenig überlappend auslegt, den Spargel einrollt und dann mit Schnittlauch, den man ein paar Sekunden blanchiert hat, zusammenbindet.

Zusammengeknoteter Spargel

Jetzt kann ich die Kartoffeln aufsetzen und den Spargel in den Ofen geben (15 Minuten bei 200° Umluft, auf zwei gefetteten Blechen). Die Stellen mit dem Schinken decke ich mit etwas Alufolie ab, damit der Schinken nicht zu sehr austrocknet. Die Folie gut feststecken, sonst fliegt sie davon!

Die Kartoffeln sind in 15 Minuten gar, ich zerstampfe sie schnell und geben

125 g zimmerwarme Butter

darunter, bis das Püree cremig ist. Ich streue noch ein wenig Schnittlauch darüber. Der Spargel ist supersaftig, ohne wässrig zu sein und an manchen Stellen ein wenig angeröstet. Wir essen alles auf und freuen uns über die gelungene Zusammenstellung 😉

Zwiebel-Orangen-Couscous mit Kohlrabigemüse

Frühling! Blauer Himmel, es ist schon richtig warm in der Sonne und überall beginnt es zu grünen. Da muss es heute auch etwas Frühlinghaftes zu Essen geben! Ich bekomme im Superbiomarkt die letzten Kohlrabi, andere hatten wohl auch schon ähnliche Ideen.

Und heute hatte ich im Biomarkt ein beachtliches Erlebnis – eine Verkäuferin, die selber noch rechnen kann! Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber inzwischen verlassen sich doch die meisten auf die Registrierkasse. So verlernt man natürlich die Flexibilität im Umgang mit Zahlen. Ich hatte 8,78 zu zahlen und gab 20,83 ab, da ich das gerade passend hatte. Dann kam prompt „ok, 12,05 EUR zurück“! Hat mich gefreut und die Kassiererin auch, weil ich es bemerkt hatte. Es gibt noch Hoffnung…

Couscous mit Kohlrabi

Zum Gericht – es geht ganz schnell und einfach.

Mis en place:

2 Kohlrabi geschält und in dünne Stifte geschnitten
2 kleine rote Zwiebeln, in sehr kleine Würfel geschnitten
6 Walnüsse, grob gehackt
1 guter TL Schwarzkümmel, kurz fettfrei geröstet
1 Stück getrocknete Orangenschale, zu Pulver gemörsert (knapp 1 TL)
1/2 TL Piment d’Espelette
2 TL guter Balsamico

Jetzt kann es losgehen:

75 g Coucous (ich hab wieder zuviel genommen! Morgen gibts wieder Couscous!)

mit 150 ml kochendem Wasser übergießen. Salzen, in den auf 80° vorgeheizten Backofen stellen und 10 Minuten quellen lassen. Nun die Kohlrabi in Olivenöl ein paar Minuten andünsten, dann

1/2 Becher Sahne
Salz
Muskat
Pfeffer

dazugeben. Deckel auf die Pfanne und knapp 10 Minuten weiterdünsten, bis die Kohlrabi gerade noch knackig sind. Nun die Zwiebeln in etwas Öl andünsten und mit Balsamico ablöschen. Die restlichen Zutaten dazugeben. Nach dem Ender der Quellzeit in den Couscous geben und verrühren.

zu guter Letzt gebe ich eine gute Handvoll Kerbel in den Kohlrabi. Erst jetzt, weil ich so einen Topf mit Kräuter-Überbevölkerung erstanden habe und die einzelnen Pflänzchen aufgrund von Platzmangel dürr und kraftlos geblieben sind. Ausgewachsenen Kerbel kann man ruhig mitdünsten!

Auf vorgewärmten Tellern anrichten, fertig!
Es schmeckt wie geplant. Noch leicht knackiger, ganz zarter Kräuterkohlrabi harmoniert sehr schön mit dem kräftigeren, bunten Couscous. Das kommt auf die Wiederkochliste!